Was ist die Rentenlücke?
Die Rentenlücke beschreibt die Differenz zwischen dem gesetzlichen Rentenanspruch und dem tatsächlich benötigten Einkommen im Alter. Durchschnittlich erhält ein Rentner in Deutschland heute rund 1.200 € netto pro Monat. Viele Menschen wünschen sich im Ruhestand jedoch 2.000 € oder mehr – das ergibt eine monatliche Lücke von rund 800 €.
Diese Lücke zu schließen ist keine Frage von Luxus, sondern von Sicherheit. Wer 20 Jahre Rente bei 800 € monatlicher Lücke rechnet, kommt auf über 190.000 € Fehlbetrag über die gesamte Rentenzeit.
Wie groß ist deine persönliche Rentenlücke?
Berechne, wie viel du monatlich sparen musst, um deine individuelle Lücke zu schließen.
Zum Rentenlücken-Rechner →Strategie 1: ETF-Sparplan – die flexibelste Option
Ein ETF-Sparplan auf einen breiten Weltindex ist für die meisten Menschen der effektivste Weg, die Rentenlücke zu schließen. Historisch hat der MSCI World im Durchschnitt rund 7 % p.a. erzielt (nach Inflation: ca. 4–5 % real).
Rechenbeispiel: Du startest mit 35 Jahren und investierst 300 € pro Monat bei einer angenommenen Rendite von 7 % p.a. Mit 67 Jahren hast du nach 32 Jahren rund 340.000 € angespart. Bei einer Entnahme über 20 Jahre entspricht das ca. 1.400 € monatlich – ohne weitere Verzinsung. In Kombination mit der gesetzlichen Rente ist die Lücke geschlossen.
Strategie 2: Betriebliche Altersvorsorge (bAV)
Die betriebliche Altersvorsorge ist ein oft unterschätzter Baustein. Wer in die bAV einzahlt, kann Beiträge direkt vom Bruttogehalt abführen – das reduziert sofort die Steuer- und Sozialabgabenlast. Seit 2019 ist der Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet, bei einer Gehaltsumwandlung mindestens 15 % als Zuschuss beizusteuern.
Konkret können bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze steuer- und sozialabgabenfrei eingezahlt werden – das sind im Jahr 2026 rund 3.624 € jährlich (302 €/Monat).
Wichtiger Nachteil: Die bAV-Leistungen sind im Rentenalter voll steuerpflichtig. Außerdem ist man an den Arbeitgeber gebunden – beim Jobwechsel kann die Mitnahme des Vertrags kompliziert sein.
Strategie 3: Immobilien als Altersvorsorge
Eine abbezahlte Immobilie bietet im Alter echte Sicherheit: Entweder als Eigenheim (keine Miete = niedrigere monatliche Ausgaben) oder als Renditeobjekt (Mieteinnahmen als Zusatzrente).
Rechenbeispiel Vermietung: Eine Wohnung für 300.000 € mit 6 % Bruttorendite bringt 18.000 € Jahresmiete bzw. 1.500 €/Monat. Nach Steuern, Verwaltung und Instandhaltung deutlich weniger – aber immer noch ein relevanter Beitrag zur Rentenlücke.
- Hoher Kapitalbedarf (Eigenkapital nötig)
- Wenig Flexibilität (Klumpenrisiko)
- Verwaltungsaufwand für Vermieter
- Wertsteigerung nicht garantiert
Zur Baufinanzierungs-Kalkulation →
Die beste Strategie: Kombination ist entscheidend
Keine der drei Strategien ist allein optimal. Die klügste Lösung ist eine sinnvolle Kombination: ETF-Sparplan für die Basis-Rendite, bAV für den steuerfreien Anteil und Wohneigentum für Sicherheit und Flexibilität.
Das Wichtigste aber: Fang früh an. Der Zinseszinseffekt ist umso mächtiger, je länger er wirken kann.
| Startalter | Empfohlene Sparrate* | Angespartes Kapital mit 67 |
|---|---|---|
| 25 Jahre | ~130 €/Monat | ~340.000 € |
| 30 Jahre | ~185 €/Monat | ~340.000 € |
| 35 Jahre | ~265 €/Monat | ~340.000 € |
| 40 Jahre | ~395 €/Monat | ~340.000 € |
| 45 Jahre | ~600 €/Monat | ~340.000 € |
| 50 Jahre | ~990 €/Monat | ~340.000 € |
* Annahme: 7 % Rendite p.a., Ziel 340.000 € für ca. 1.400 €/Monat über 20 Jahre Rentenphase.
Wer mit 25 statt mit 50 anfängt, benötigt weniger als ein Viertel der monatlichen Einzahlung für dasselbe Ziel. Zeit ist der wertvollste Faktor bei der Altersvorsorge.