Altersvorsorge7 Min. Lesedauer · Januar 2026

Riester-Rente 2026: Lohnt sie sich noch?

Riester Rente 2026: Lohnt sie sich noch? Ehrlicher Vergleich mit ETF-Sparplan. Für wen Riester sinnvoll ist & wann nicht. Mit Förderungsrechnung.


Was ist die Riester-Rente?

Die Riester-Rente ist ein privates Altersvorsorgeprodukt, das 2002 unter Arbeitsminister Walter Riester eingeführt wurde. Sie ist staatlich gefördert: Wer einen Mindesteigenbeitrag einzahlt, erhält jährliche Zulagen vom Staatund kann Beiträge von der Steuer absetzen.

Riester ist kein einheitliches Produkt, sondern ein Förderrahmen. Es gibt verschiedene Arten: Banksparpläne, Fondssparpläne, Rentenversicherungen und Wohn-Riester (für Immobilienkauf). Die Qualität und die Kosten unterscheiden sich erheblich – ein Fondssparplan (mit ETFs) ist deutlich sinnvoller als eine klassische Rentenversicherung.

Die Riester-Förderung 2026

Der Staat fördert Riester durch zwei Mechanismen: direkte Zulagen und Steuerersparnis:

FörderartBetrag pro JahrBedingung
Grundzulage175 €Mindesteigenbeitrag (4 % des Vorjahresbruttos – Zulagen)
Kinderzulage (ab 2008)300 € pro KindKindergeldberechtigung
Kinderzulage (vor 2008)185 € pro KindKindergeldberechtigung
Berufseinsteiger-Bonus200 € (einmalig)Unter 25 bei Vertragsabschluss
Steuerliche AbsetzbarkeitBis 2.100 €/JahrAls Sonderausgaben in der Steuererklärung

Wichtig: Steuerliche Absetzbarkeit und Zulagen werden verrechnet. Du profitierst vom höheren der beiden Vorteile – Doppelförderung gibt es nicht.

Für wen lohnt sich Riester?

SituationRiester lohnt sich?Begründung
Familie, 2 Kinder (nach 2008)Ja – starkZulagen decken fast den ganzen Eigenbeitrag
Geringverdiener mit KindernJaZulage ist relativ zum Einkommen sehr hoch
Single, mittleres EinkommenEher neinNur 175 € Zulage, hohe Kosten fressen Vorteil
Gutverdiener ohne KinderNeinSteuereffekt gering nach Kosten
SelbstständigeNeinNicht zulagenberechtigt
BeamteJaVolle Zulagenberechtigung, oft günstige Gruppenverträge

Riester-Alternativen im Vergleich

Der ehrliche Vergleich: Für die meisten Arbeitnehmer ohne Kinder ist ein ETF-Sparplan die bessere Alternative. Hier die Kernunterschiede:

Rendite

2–4 % (nach Kosten, fondbasiert besser)

~7 % historisch (MSCI World)

Flexibilität

Gebunden bis 62/67, Kündigung kostet

Jederzeit verfügbar und anpassbar

Kosten

1,5–3 % p.a. (bei Versicherungen)

0,1–0,3 % TER p.a.

Staatliche Förderung

Ja – 175–775 €/Jahr Zulagen

Nein (nur über bAV oder Rürup)

Besteuerung Auszahlung

Voll steuerpflichtig im Rentenalter

25 % Abgeltungssteuer auf Gewinne

Vererbbarkeit

Eingeschränkt

Voll vererbbar

Fazit: Riester lohnt sich 2026 hauptsächlich noch für Familien mit mehreren Kindern – hier reduzieren die Kinderzulagen den eigenen Beitrag so stark, dass die höheren Kosten aufgewogen werden. Für alle anderen: Ein kostengünstiger ETF-Sparplan ist flexibler, renditestarker und transparent.

Was wenn ich Riester kündige?

Eine Kündigung des Riester-Vertrags ist jederzeit möglich, aber kostspielig:

Förderrückzahlung

Alle erhaltenen Zulagen und steuerlichen Vorteile müssen vollständig zurückgezahlt werden – das Finanzamt stellt den ursprünglichen Zustand wieder her.

Vertragskosten bleiben

Abschlussgebühren, Verwaltungskosten und eventuelle Stornogebühren werden nicht erstattet. Bei langen Laufzeiten können diese schnell mehrere Tausend Euro betragen.

Alternative: Beitragsfreistellung

Statt zu kündigen kannst du den Vertrag beitragsfrei stellen – dann werden nur noch die Mindestbeiträge (60 €/Jahr) gezahlt. Du verlierst keine Förderung und sparst Kosten.

Mehr zur Altersvorsorge

Unser Altersvorsorge-Guide erklärt alle Optionen – Riester, bAV, ETF-Sparplan und Rürup im Vergleich.

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Häufige Fragen

Kann ich Riester kündigen?

Ja – aber es kostet. Bei Kündigung musst du alle erhaltenen staatlichen Zulagen und steuerlichen Vorteile zurückzahlen. Du bekommst nur deine eigenen eingezahlten Beiträge zurück, abzüglich der Vertragskosten. In manchen Fällen hast du nach vielen Jahren so viele Kosten bezahlt, dass du sogar weniger zurückbekommst als du eingezahlt hast.

Was passiert mit dem Riester-Vertrag wenn ich meinen Job verliere?

Du kannst den Beitrag auf 60 € pro Jahr (Mindesteigenbeitrag für volle Zulage) reduzieren und trotzdem die staatlichen Zulagen erhalten. Du verlierst nur die Steuervorteile auf höhere Beiträge. Beim Bezug von ALG I oder II bist du weiterhin zulagenberechtigt.

Kann ich Riester beerben?

Im Todesfall vor Rentenbeginn können eingezahlte Beiträge + Zulagen an den Ehepartner übertragen werden (falls dieser auch einen Riester-Vertrag hat) oder werden an die Erben ausgezahlt – aber nur die Beiträge, nicht die Förderung. Im Rentenalter hängt es vom Vertragstyp ab.

Riester oder ETF-Sparplan – was ist besser?

Für die meisten Arbeitnehmer ohne Kinder ist ein ETF-Sparplan renditestärker und flexibler. Riester lohnt sich hauptsächlich für Familien mit mehreren Kindern, wo die Kinderzulagen den Eigenbeitrag stark reduzieren. Mit 2 Kindern (nach 2008) bekommt eine Familie 175 € + 600 € = 775 € staatliche Förderung pro Jahr – das macht den Unterschied.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Alle Angaben ohne Gewähr.

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