Was ist eine BU-Versicherung?
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) zahlt eine monatliche Rente, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft nicht mehr ausüben kannst – mindestens zu 50 %. Sie schützt damit deine wichtigste finanzielle Ressource: deine Arbeitskraft.
Der Unterschied zur staatlichen Erwerbsminderungsrente: Die BU zahlt, wenn du deinen spezifischen Beruf nicht mehr ausüben kannst. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente zahlt erst, wenn du weniger als 3 Stunden täglich arbeiten kannst – unabhängig vom Beruf. Das ist eine fundamental andere (und viel niedrigere) Hürde.
Warum ist die BU so wichtig?
Drei Fakten verdeutlichen das Risiko:
Personen wird im Laufe des Berufslebens berufsunfähig – laut Statistiken der Deutschen Aktuarvereinigung.
Beträgt die durchschnittliche staatliche Erwerbsminderungsrente in Deutschland – kaum genug zum Leben.
Erhalten Arbeitnehmer ohne Berufsunfähigkeitsversicherung über die staatliche Erwerbsminderungsrente hinaus. Wer nach 2001 geboren ist und nicht 5 Jahre eingezahlt hat, erhält gar nichts.
Die häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit sind nicht Unfälle, sondern psychische Erkrankungen (ca. 30 %), Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems (ca. 20 %) und Krebs (ca. 17 %). Das betrifft jeden – unabhängig von Beruf und Lebensweise.
Wann sollte ich eine BU abschließen?
Die wichtigste Regel: So früh wie möglich. Drei Gründe:
- Je jünger und gesünder, desto niedriger die monatliche Prämie – und desto weniger Risiko von Ausschlüssen
- Wer erst mit 40 abschließt, zahlt für 25 Jahre statt für 40 Jahre – und damit deutlich mehr pro Jahr
- Vorerkrankungen häufen sich mit dem Alter und können den Abschluss erschweren oder unmöglich machen
Idealerweise schließt du eine BU bereits während der Ausbildung oder des Studiums ab – zu diesem Zeitpunkt sind Prämien am günstigsten und Gesundheitsrisiken am niedrigsten.
Wie viel BU-Rente brauche ich?
Die Faustregel: 70–80 % deines aktuellen Nettoeinkommens. Das deckt laufende Kosten ab, ohne dass du das volle Bruttoeinkommen brauchst (keine Rentenversicherungsbeiträge, weniger Ausgaben für Beruf etc.).
| Bruttoeinkommen | Netto (ca. SK1) | Empfohlene BU-Rente |
|---|---|---|
| 2.500 € | ~1.800 € | 1.260–1.440 € |
| 3.500 € | ~2.300 € | 1.610–1.840 € |
| 5.000 € | ~3.100 € | 2.170–2.480 € |
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Worauf achten beim BU-Vergleich?
Der Vertrag muss explizit auf die abstrakte Verweisung verzichten. Sonst kann der Versicherer auf theoretisch mögliche andere Tätigkeiten verweisen und die Leistung verweigern.
Die BU sollte bis zum gesetzlichen Rentenalter (aktuell 67) leisten. Kürzere Leistungsdauern sind günstiger, schützen aber nicht vollständig.
Ermöglicht es, die BU-Rente ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen – z. B. bei Gehaltserhöhung, Heirat oder Geburt eines Kindes.
Mindeststandard: 50 % Berufsunfähigkeit im zuletzt ausgeübten Beruf. Manche Verträge haben strengere Definitionen – genau lesen.
BU-Alternativen
Wer keine BU bekommt oder sie sich nicht leisten kann, hat Alternativen – auch wenn keine vollständig gleichwertig ist:
Zahlt bei Verlust konkreter Fähigkeiten (z. B. Gehen, Sehen, Sprechen). Günstiger als BU, aber engere Leistungsdefinition.
Zahlt erst wenn du gar nicht mehr arbeiten kannst (< 3 Stunden/Tag). Deutlich günstigere Prämien, aber erheblich schlechterer Schutz.
Zahlt einmalig bei Diagnose bestimmter Krankheiten (Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall). Ergänzt, ersetzt aber keine BU.
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Zu Check24 Versicherungen →Häufige Fragen
Die Prämie hängt stark von Alter, Beruf, Gesundheitszustand und gewünschter Rentenhöhe ab. Grobe Orientierung: Eine 30-jährige Bürokraft zahlt für 2.000 € BU-Rente bis 67 ca. 50–100 € pro Monat. Ein 30-jähriger Dachdecker zahlt für die gleiche Leistung das Drei- bis Fünffache. Je früher du abschließt, desto günstiger.
Das hängt von der Art der Vorerkrankung ab. Viele psychische Erkrankungen, Rückenprobleme oder frühere Operationen führen zu Risikoausschlüssen oder Prämienerhöhungen. Fülle den Gesundheitsfragebogen immer wahrheitsgemäß aus – falsche Angaben können im Leistungsfall zur Kündigung führen. Nutze eine anonyme Voranfrage bei mehreren Versicherern.
Abstrakte Verweisung bedeutet: Der Versicherer kann die Leistung verweigern, wenn du theoretisch in einem anderen Beruf arbeiten könntest – auch wenn du diesen Beruf nie ausgeübt hast und er erheblich schlechter bezahlt ist. Gute BU-Verträge schließen die abstrakte Verweisung explizit aus. Prüfe diesen Punkt unbedingt vor dem Abschluss.
In der Regel ja – die meisten BU-Versicherungen gelten weltweit. Wichtig ist, dass Berufsunfähigkeit nach deutschem Recht und den Vertragsbedingungen beurteilt wird. Bei dauerhaftem Wohnsitz im Ausland können Einschränkungen gelten. Kläre das beim Abschluss explizit mit dem Versicherer.