ETF8 Min. Lesedauer · Januar 2026

ETF kaufen für Anfänger 2026: Schritt für Schritt erklärt

ETF kaufen 2026: So eröffnest du ein Depot, findest den richtigen ETF und startest deinen ersten Sparplan. Komplett für Einsteiger erklärt – ohne Vorkenntnisse.


Was brauche ich um ETFs zu kaufen?

ETF kaufen klingt komplizierter als es ist. Im Kern brauchst du drei Dinge: ein Wertpapierdepot bei einem Broker, etwas Startkapital und einen ETF deiner Wahl. Das war es. Der gesamte Prozess – von der Depoteröffnung bis zum ersten Kauf – dauert meist unter einer Stunde.

  • Depot bei einem Online-Broker eröffnen (kostenlos, 10 Minuten)
  • Geld auf das Verrechnungskonto überweisen
  • ETF per ISIN suchen und kaufen oder Sparplan einrichten
  • Freistellungsauftrag einrichten – fertig

Schritt 1: Das richtige Depot wählen

Es gibt zwei Haupttypen: Neobroker (Trade Republic, Scalable Capital) und klassische Direktbanken (ING, DKB). Filialbanken sind für ETF-Sparpläne zu teuer.

Broker-TypSparplan-KostenBedienungGeeignet für
Neobroker (TR, Scalable)KostenlosApp-first, sehr einfachEinsteiger
Direktbank (ING, DKB)0–1,5 % der RateWeb + AppAlle Anleger
Filialbank2–5 % der RateFiliale + OnlineNicht empfohlen

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Schritt 2: Depot eröffnen

Die Depoteröffnung bei einem modernen Broker dauert ca. 10 Minuten. Du benötigst:

  • Personalausweis oder Reisepass (für Video-Ident in der App)
  • Steuernummer (steht auf deinem letzten Steuerbescheid)
  • IBAN deines Girokontos (für Ein- und Auszahlungen)
  • E-Mail-Adresse und Smartphone

Der Video-Ident-Prozess läuft direkt in der App ab: Du hältst deinen Ausweis vor die Kamera, ein System prüft die Daten. Das dauert 3–5 Minuten. Nach der Freischaltung (meist 1–3 Werktage) überweist du deinen gewünschten Betrag auf das Verrechnungskonto – wie eine normale Banküberweisung.

Schritt 3: Den richtigen ETF finden

Im Depot suchst du ETFs per ISIN (Internationale Wertpapier-Identifikationsnummer) – z. B. IE00B4L5Y983 für den iShares Core MSCI World. Die drei wichtigsten Begriffe:

TER – die jährlichen Kosten

Die Total Expense Ratio zeigt die laufenden Kosten des ETF in Prozent. Für einen MSCI World ETF sollte die TER unter 0,25 % p.a. liegen. Bei 10.000 € Anlage sind das maximal 25 € Kosten pro Jahr – extrem günstig.

Thesaurierend vs. Ausschüttend

Thesaurierende ETFs reinvestieren Dividenden automatisch – der Zinseszinseffekt arbeitet ungebremst. Ausschüttende ETFs zahlen Dividenden auf dein Konto aus. Für langfristigen Vermögensaufbau sind thesaurierende ETFs meist vorteilhafter.

MSCI World oder FTSE All-World?

Der MSCI World enthält ~1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Der FTSE All-World enthält zusätzlich Schwellenländer (China, Indien, etc.) – insgesamt über 4.000 Unternehmen. Beide sind hervorragende Basisinvestments für Einsteiger.

Schritt 4: ETF kaufen oder Sparplan einrichten

Du hast zwei Wege in den Markt:

EinmalanlageMonatlicher Sparplan
Wann sinnvollStartkapital vorhandenMonatlich ansparen
Mindestbetrag1 Anteil (~5–500 €)Ab 1 €/Monat
VorteilSofort voll investiertCost-Average-Effekt
NachteilTiming-RisikoLangsamerer Aufbau

Viele Anleger kombinieren beides: Einmalanlage des vorhandenen Kapitals plus monatlicher Sparplan. So bist du sofort investiert und sparst gleichzeitig regelmäßig weiter.

Wie viel wirst du am Ende haben?

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Schritt 5: Freistellungsauftrag einrichten

Dieser Schritt wird oft vergessen – dabei ist es der einfachste Steuertipp überhaupt. Der Freistellungsauftrag schützt deine Kapitalerträge bis zu 1.000 € pro Jahr (2.000 € bei Ehepaaren) vor der 25 %igen Abgeltungssteuer.

Ohne Freistellungsauftrag behält dein Broker automatisch 25 % Steuer ein – auch wenn deine Gewinne unter dem Freibetrag liegen. Du richtest ihn in weniger als zwei Minuten direkt in der App ein. Bei mehreren Depots kannst du den Betrag aufteilen, solange die Summe 1.000 € nicht übersteigt.

Kapitalertragsteuer berechnen – ab wann du Steuern zahlst →

Die häufigsten Anfängerfehler

1. Zu viele ETFs kaufen

Ein FTSE All-World enthält bereits über 4.000 Unternehmen weltweit. Zehn verschiedene ETFs zu kombinieren erhöht Komplexität und Kosten, ohne das Risiko signifikant zu senken. Ein oder zwei ETFs reichen für ein gut diversifiziertes Portfolio vollkommen aus.

2. Market Timing versuchen

„Ich warte auf einen besseren Einstieg" – dieser Satz kostet viele Anleger bares Geld. Studien zeigen: Die Zeit im Markt schlägt das Timing des Marktes langfristig fast immer. Die beste Zeit zum Investieren war gestern, die zweitbeste ist heute.

3. In der Krise verkaufen

Kurse fallen 30 %? Normale Reaktion: Verkaufen. Richtige Reaktion: Weitersparen. Der MSCI World hat nach jeder historischen Krise neue Höchststände erreicht – 2003, 2009, 2020. Wer in der Krise verkauft, realisiert Verluste und verpasst die Erholung.

4. Kein Freistellungsauftrag einrichten

Ohne Freistellungsauftrag zahlt dein Broker automatisch 25 % Abgeltungssteuer auf alle Gewinne – auch auf Beträge unter 1.000 €. Du kannst die Steuer zwar über die Steuererklärung zurückholen, aber es ist deutlich einfacher, den Auftrag von Anfang an einzurichten.

Häufige Fragen

Wie viel Geld brauche ich um mit ETFs anzufangen?

Bei Neobroker wie Trade Republic oder Scalable Capital kannst du bereits ab 1 € im Monat einen ETF-Sparplan starten. Für eine Einmalanlage empfehlen sich mindestens 500–1.000 €, damit die Ordergebühren verhältnismäßig klein bleiben.

Welcher ETF ist der beste für Anfänger?

Für Einsteiger eignen sich breit gestreute globale ETFs am besten: der Vanguard FTSE All-World (ISIN: IE00B3RBWM25) oder ein MSCI World ETF. Beide sind günstig (TER unter 0,25 %), sehr liquide und streuen das Risiko über Tausende Unternehmen weltweit.

Muss ich einen Freistellungsauftrag einrichten?

Ja, unbedingt. Der Freistellungsauftrag schützt deine Kapitalerträge bis zu 1.000 € pro Jahr (2.000 € bei Ehepaaren) vor der Abgeltungssteuer. Ohne Freistellungsauftrag zieht dein Broker automatisch 25 % Steuer auf alle Gewinne ab – auch wenn du unter dem Freibetrag liegst.

Was ist besser: einmalig kaufen oder Sparplan?

Statistisch schneidet eine Einmalanlage langfristig oft besser ab, weil das Geld sofort im Markt ist. Wer kein großes Startkapital hat oder das Timing-Risiko scheut, fährt mit einem monatlichen Sparplan sehr gut. Viele Anleger kombinieren beides: Einmalanlage plus laufender Sparplan.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Alle Angaben ohne Gewähr.

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